Samstag, 25. März 2017

Frohsinn im Seefeld

Der Konzept Store "Frohsinn" der Innenarchitektinnen von Atelier Zürich ist ein wahres Wunderland. Wo man hin sieht findet man ungewöhnliche Objekte, auffallenden Schmuck, pfiffige Wohnaccessoires und vieles mehr. Der Store befindet sich direkt vis à vis vom Restaurant Razzia, das die Architektinnen ebenfalls gestaltet haben. Ein Besuch im Laden sowie Restaurant oder der Bar ist für Landhaus Divas und Liebhaber des Schönen und Eklektischen ein "Muss". 

www.frohsinn.ch
Mainaustrasse 42
8008 Zürich
Öffnungszeiten: 
Mo - Fr 11.00 -19.00
Sa 10.00 - 17.00












Donnerstag, 9. März 2017

Das Plunder-Wunder

Das meiste, was auf Flohmärkten und in Brockenhäusern feil geboten wird, kann kein Mensch brauchen. Das ist wahrscheinlich einer der Gründe, warum es dort herumsteht. Davon darf man sich aber nicht abschrecken lassen. Um aus dem Ramsch die Schätze zu filtern, braucht man ein geübtes Auge. Dann entgeht einem auch nicht die vollendete Form eines alten Stuhls, der Charme eines blinden Spiegels oder die Wandelbarkeit einer morschen Truhe. Die Schönheit liegt im Auge des Betrachters und Phantasie hilft. Oft kann etwas Schönes unter Schichten von Staub und Schmutz bloss erahnt werden. Der Schlüssel zum Plunder-Wunder ist, dass man sich vorstellen kann, wie das Objekt der Begierde aussehen könnte, nachdem man es aus seinem Dornröschenschlaf aufgeweckt hat. Ausserdem braucht es eine sichere Hand, unter all dem nutzlosen Zeug, das Stück hervorzuziehen, welches nach einer gründlichen Reinigung und einem Anstrich Farbe zum Schmuckstück mutiert. 




Drei Regeln kann ich Trödeljungfrauen mit auf den Weg geben: 

Regel Nummer 1: 
Kaufen Sie nichts, das Sie nicht selbst reinigen oder reparieren können. 

Regel Nummer 2: 
Über den Preis kann meist verhandelt werden, aber bleiben Sie realistisch und fair. 

Regel Nummer 3:
Lassen Sie die Finger von Häckeldeckchen, geschnitzten Holz-Eulen und anderen Geschmacklosigkeiten – ausser Sie sind sicher, dass Sie diese Dinge drastisch verändern und zum Kultobjekt umstylen können. 

Konzentrieren Sie sich vorwiegend darauf: Stühle, Sessel, Kleinmöbel, Spiegel, Bilderrahmen, Glas, Porzellan, Silber, Schmuck und Kunstobjekte (Büsten, Statuen, Bilder).  All diese Dinge lassen sich hervorragend reinigen, können neu bezogen oder gestrichen werden. Nutzen Sie Ihr Vorstellungsvermögen. Vieles sieht zum Beispiel weiss gestrichen umwerfend aus, wenn die Form des Objektes stimmt.



Es gibt allerdings auch Stücke, an denen nichts gemacht werden muss, weil sie einfach für sich sprechen. Patina und abgeplatzte Farbe kann in einer durchgestylten Wohnung ein Hingucker werden. Gleiches gilt für ungewöhnliche Stücke, die einzeln grauenhaft sind (70er Jahre Vasen, Nippes, alte Bilder etc) aber in grossen Mengen einfach cool aussehen.


Bild: http://frommoontomoon.blogspot.ch/search/label/collections


Wenn Sie noch Anfängerin sind, gehen Sie am besten ohne Begleitung los. Anhang ohne Sinn für das Aussergewöhnliche ist schlecht fürs Selbstbewusstsein, denn er wird Ihre Wahl beständig anzweifeln und fragen, wo denn dieses Objekt hin soll oder was damit gemacht werden kann. Das nervt. Warten Sie mit Begleitung, bis Sie etwas mehr Erfahrungen gesammelt haben. Fortgeschrittene können Ihre Auswahl rechtfertigen und lassen keine Zweifel aufkommen. Profis können nicht nur Ihren Entschluss selbstsicher vertreten, sondern gleichzeitig begründen und plausibel erklären: "Ich habe keine Ahnung, wozu das gut ist oder wie es mal aussehen wird, aber mein Bauch sagt, dass es mitkommt und dass es irgendwann perfekt sein wird."


Bild: http://www.tophomedesigns.com/25-cozy-shabby-chic-furniture-ideas-home/


Sie benötigen circa 50 Ramsch-Schnüffel-Stunden und 10 Vorher-Nachher-Schmuckstücke, um zur Meisterprüfung zugelassen zu werden. Fangen Sie also schon mal an zu üben!

Hier sind ein paar gute Adressen:

Brocki-Land, Steinstrasse 68, 8003 ZürichArche Brockenhaus, Hohlstrasse 489. 8048 ZürichZürcher Brockenhaus, Neugasse 11, 8005 ZürichBrockito, Robert Maillart Strasse 14, 8050 ZürichBrocki-Land Fahrweid, Überlandstrasse, 8951 Fahrweid (bei Schlieren)Brockenstube Au, Seestrasse 319, 8804 Au (ZH)Flohmarkt, Bürkliplatz, Zürich, Mai-Oktober, jeden Samstag 16.30-15.30Flohmarkt, Kanzleistrasse 56, 8004 Zürich, jeden Samstag 08.00-16.00




Bild: http://decor.iyashinohitoduma.com/decor-vintage-market/











Donnerstag, 16. Februar 2017

Bohemian Rhapsody

Shabby Chic ist Kult. Auch glamourös und unkonventionell. Klar, es bedeutet auf Deutsch schäbig, aber das sind Kinkerlitzchen. Shabby Chic ist eine Lebenshaltung, die von der Boheme geprägt ist. Sie bedarf einer gewissen Weitsichtigkeit, welche die Schranken der Bürgerlichkeit überwindet. Eine Gesinnung, die mit der Konvention bricht, dass, wer etwas gelten will, eine Einrichtung braucht, die möglichst teuer ist und auf Labels aufbaut. So gesehen beim Steuerbeamten, der sein Haus mit De Sede Sofas, dem alten Bauernschrank von Oma und Edelvitrinen von Möbel Pfister vollstopft. Aber auch beim Juristen. Dort ist der Diwan dann von Le Corbusier, die auf hochglanz polierte Kommode von Louis XV und das Sideboard von USM Haller. Beide, der Steuerbeamte und der Jurist, wissen mit absoluter Sicherheit, dass ihre Möbel zeitlos sind und dass sich Altertümlichkeiten gut mit Modernitäten mischen lassen. Das sind zwei der grössten Mythen der Einrichtungsgeschichte. Ein Mythos ist weder greifbar und noch umsetzbar. Die daraus resultierenden laienhaften, aber gut gemeinten Interieurs uninspiriert bis eintönig. Der Bohemian Style macht diesem gleichgeschalteten, helvetischen Irrglauben einen Strich durch die Rechnung. Und zwar einen Pinselstrich. 
 
Bild: https://www.pinterest.com/pin/229120699764998450/

Der Bohemian Style ist die grosse Freiheit, meine Damen und Herren. Dabei ist Harmonie das oberste Ziel. Exzentrik die Essenz. Facettenreichtum steht im Mittelpunkt. In diesem Stil findet alles einen Platz, das dem Auge schmeichelt, es kitzelt oder zum Staunen bringt. Es spielt keine Rolle, wo es her kommt, welche Marke drauf steht oder welche Summe dafür ausgegeben wurde. Es muss einfach den gewünschten Look abrunden. Möbel und Accessoires, die abgeliebt, abgeplatz und abgewetzt sind zum Beispiel. Aber auch brandneue,  auf alt gemachte oder die von Eames. Hier gibt es keine Grenzen. Keine Tabus. Keine Trödelpolizei.

Bild: http://thomasapolis.com

Man kann lustvoll Madonnen sammeln ohne religiös zu sein. Einfach nur weil ihre Darstellung bezaubernd und ganz und gar feminin ist. Man kann ausgestopfte Vögel auf Sideboards drapieren ohne der Jägergilde anzugehören, weil so ein Taucherli farblich vielleicht gerade ins Bild passt. Man kann Orden aufgrund ihrer glamourösen Aura in Mengen an die Wände hängen ohne ein Militarist sein zu müssen. Es reicht, dass man sich an diesen Dingen freut – allein wegen des Aussehens, der Textur, der Kuriosität oder dem Gefühl, dass sie transportieren. Fabelhaft, nicht wahr?

Bild: http://shannonfricke.blogspot.com

Es darf mit allem gearbeitet werden, was einem zusagt. Was nicht gefällt, wird gefallend gemacht. Dabei steht keinesfalls der Werterhalt im Vordergrund, sondern der Erhalt der Moral im ästhetischen Sinn. Grässlichkeiten (auch teure) werden zu Schönheiten. Und zwar mit Gewalt, wenn es sein muss. Tollkühn werden alte und neue Möbel umgestrichen, Lampenschirme ausgetauscht, Bilder-rahmen entgoldet oder Gemälde übermalt. Hirschgeweihe,  Suppenschüsseln, Puppenköpfe, Heiligenbilder, antike Abendtaschen werden zu fantastischen Deko-Objekten. Verschlissene Tapeten werden zum perfekten Hintergrund für eine goldbeschlagene, anmutige Antiquität. Es ist gerade die Unvollkommenheit mancher Einrichtungsgegenstände, die zur Vollkommenheit des Gesamtbildes beiträgt. Das Auge bewegt sich im Raum mühelos und findet immer wieder die Musse, inne zu halten, um ein Stück zu bewundern oder es zu belächeln. Der Stil des Shabby Chic ist unaufgeregt und doch aufregend, weil er weder prätentiös noch arrogant ist. Vor allem ist er voller Humor und köstlicher Lebenslust. Sowas sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen!


Bild: http://www.pandashouse.com

Bild: http://interioric.com/purple-room-teens/

Bild: http://villaanna.blogspot.ch/2008/11

Bild: http://thatbohemiangirl.tumblr.com/page/17

Bild: http://villaanna.blogspot.ch/2008/11

Freitag, 13. Januar 2017

Tapetenwechsel

Obwohl es sie seit Hunderten von Jahren gibt, haben die Tapeten bei uns irgendwie einen schlechten Ruf.  Zusammen mit den Spannteppichen gelten sie als eher uncool. Eigentlich schade, denn so eine Tapete kann das Wohnzimmer einer profanen Blockwohnung im Handumdrehen in einen Salon verwandeln, der eines Palais würdig wäre. Und alles mit ein bisschen Kleister. Es kommt halt auf das Muster an und braucht ein bisschen guten Geschmack. Wer letzteres nicht sein eigen nennt, der sollte lieber weiteren seinem helvetischen Abrieb huldigen. Dem Maler, der diesen Putz des Grauens erfunden hat, sollte man übrigens noch heute die Lizenz entziehen. Es ist erschreckend, dass sich eine Grässlichkeit diesen Ausmasses so rasend schnell verbreitet hat, dass sie heute in fast allen Wohnungen und Häusern wütet und der gemeine Schweizer davon überzeugt ist, dass dieser Abrieb das non plus ultra der Wandputze sei. Was für ein Irrtum! Eidgenossen wacht auf! Wände brauchen keine Körnchen! Wände müssen glatt sein, dann klappt es auch mit den Tapeten.

Quelle: www.

homysphere.com



Die Tage der Fototapete sind übrigens noch längst nicht vorbei. Man muss sich heute nicht mehr einen Palmenstrand ins Wohnzimmer kleben, aber man kann. Ist durchaus wieder hipp. Aber zurück zu den regulären Tapeten. Es kann unter vielfältigen Mustern und Sujets das Passende ausgesucht werden. Bei Kinderzimmern scheint es akzeptabler zu sein als in Schlafzimmern, Büros und Badezimmern. Wer sich für eine Tapete entscheidet, ist in den Augen des Mainstreams immer ein bisschen ein Freak. Ein Bünzli halt. Wenn ich eines gelernt habe im Leben, dann ist es, dass die, die andere ganz schnell als altmodisch bezeichnen und von sich stets behaupten en vogue zu sein, die grössten Bünzlis überhaupt sind und keine Ahnung haben, was gerade angesagt ist. Wer sich also das Wohnzimmer mit pinkfarbenen Streifenmustern tapeziert, ist ein anbetungswürdiger Held der Wandverkleidung und ein Kämpfer gegen die Körnchenwände. Bravo!

Quelle: www.theroomedit.com

Tapeten sind so angesagt, dass sogar Dieter Bohlen seine eigene Tapetenlinie entwickelt hat. Gut, die Designs stammen nicht aus seiner eigenen Feder – er komponiert besser als er zeichnet - aber er hat sich aus einer grossen Anzahl Vorschlägen die Muster für seine Kollektion ausgesucht, die er sich selbst in die gute Stube hängen würde. Angetroffen habe ich ihn vor einiger Zeit schon beim Alpensymposium in Interlaken und dort zeigte er mir stolz ein Toile de Jouy-Muster aus seiner Linie New Romance und erklärte: „Die wurde sofort zum Bestseller!“ Nichts weniger hätten wir von einem Dieter Bohlen erwartet. Nach zig-fachem Doppelplatin wird unbestritten auch der doppelte, goldene Kleisterpinsel folgen.  Und was einem Bohlen recht ist, das kann einem extrovertierten Schweizer nur billig sein. Geht also hin, kratzt die würdelosen Körner von den Wänden und kleistert was das Zeug hält. 

Hier gibt es die Bohlen Tapeten Kollektion:
http://www.ps-international.de/index.php/de/kollektionen/studio-line


Landhaus Diva mit Dieter Bohlen


Quelle: www.anthropologie.com

Quelle: www.theroomedit.com

Quelle: www.theroomedit.com


Quelle: www.anneboghossian.blogspot.fr

Quelle: www.husligheter.se

Quelle: www.s-media-cache-ak0.pinimg.com

Quelle: www.muralswallpaper.com

Quelle: www.decoratingdelirium.com








Freitag, 2. Dezember 2016

Weihnachtlicher Zapfenstreich

Es mag die Weihnachtsdekoration der Armen, der Witwen und Waisen sein, die Robin Hood aus dem Sherwood Forest mit nach Hause gebracht hat, aber die ist noch heute ganz schön angesagt. Was man im Wald oder im Vorgarten des Nachbarn zusammensucht, verschönert vor Weihnachten als schmückendes Beiwerk die gute Stube. Tannzapfen in allen Grössen und Formen geben dem Fest einen bodenständigen Touch, der mit sanfter und sinnlicher Naturverbundenheit einhergeht. Ein Vergnügen, das uns die Natur seit Jahrhunderten ganz und gar kostenlos zur Verfügung stellt. Eine Seltenheit in dieser Welt, die kontinuierlich nach Erneuerung verlangt.


Source: www.homeshoppingspy.com


Weihnachten hat sich einmal mehr ganz still und leise angeschlichen und seit die Lucy brennt, ist jedem Zürcher klar, dass die Jagd nach den perfekten Geschenken und neuer Weihnachtsdeko eröffnet ist. Denn die Zeit ist knapp, die Ansprüche hoch und der Franken stark. Im Falle der festlichen Ausschmückung des trauten Heimes, schrammte schon manche Familie knapp am Privatkonkurs vorbei, weil die trendigen Farbkombinationen nicht im eigenen Fundus vorhanden waren und deshalb jedes Jahr teuer angekauft werden mussten. 

Source: www.designsponge.com

Mit Tannenzapfen kann Ihnen das nicht passieren. Sie sind dekorative Understatements, die immer en vogue sind und das Budget nicht belasten. Zapfen haben keinerlei Allüren. Sie schmücken jedes Haus auf unaufdringliche Weise. Trotzdem sind sie innovativ und wandelbar, denn sie können im Handumdrehen mit ein bisschen Glitter in aufregende Wald-Divas verwandelt werden. Ein bisschen BlingBling steht jeder natürlichen Schönheit gut und lenkt trotzdem nicht von ihrer rustikalen Eigenständigkeit ab. 

 
Source: www.dishfunctionaldesigns.blogspot.com

Aufwendig hergestellter, frisch gekaufter Christbaumschmuck und Rauschgoldengel sind durchaus schöne und wünschenswerte Accessoires, aber sie können einem selbst gefundenen Föhrenzapfen aus emotionaler Sicht nicht das Wasser reichen. Wenn er in der heimischen Wärme ankommt und unter Knacken und Rumoren sein volles Potential entfalten, dann überstrahlt die Freude an dieser überraschenden Lebendigkeit jedes glitzernde Lametta-Sternchen. Die wahre Seele von Weihnachten kommt eben – man horche und staune – von draussen rein.  


Source: www.trendzona.com
 
Source: www.welldonelandscaping.com

 
Source: www.inspirebohemia.com
 
Source: www.keephomesimple.blogspot.com
 
Source: www.vignettedesign.net

Source: www.vignettedesign.net