Mittwoch, 17. August 2016

Clifford Lilley und die Villa Egli – Ein Team mit Charme, Stil und Esprit

Gleich beim ersten Anblick der Villa Egli war Clifford Lilley fasziniert von diesem Haus, das direkt an der Zürcher Spaziermeile am See liegt. Dreissig Jahre ist es schon her, als er bei einem Spaziergang dieses, über 100 Jahre alte, im englischen Landhausstil erbaute Bijou zum ersten Mal sah und von der Musik angelockt wurde, die auf die Strasse drang. In der Villa Egli war damals die Ballet Academy Zurich sowie ihre Studenten aus aller Welt untergebracht. Als Clifford durch die Fenster die Tänzer sah, wollte er mehr über diesen Ort herausfinden. Der Zufall wollte es, dass just im gleichen Moment, als Clifford an die Türe klopfte, die damalige Direktorin der Academy, Herta Bamert, aus dem Haus trat. Sie erzählte von ihrer Schule, er erzählte von seinen Erlebnissen und davon, dass er gerade erst aus seiner Heimat Südafrika in Zürich angekommen sei und dort eine Schauspielausbildung abgeschlossen hätte. An der Ballettschule war ein Studienplatz frei, und so packte Clifford die Gelegenheit beim Schopf und schrieb sich an der Ballet Academy ein. Viele zertanzte Schuhe später ergatterte er sogar ein Zimmer im ersten Stock der Villa. Heute ist er immer noch dort, geniesst die exklusive Lage und den kreativen Esprit, der im Haus herrscht.



Die Villa Egli hat in all den Jahren immer eine Ballettschule, verschiedene Künstler und Studierende beherbergt. Clifford Lilley hat es nie gestört, dass die Villa eine WG ist. Auch nicht, dass das Haus etwas renovationsbedürftig ist und sein Mietvertrag immer nur auf beschränkte Zeit verlängert wird, weil die Stadt Zürich darauf hofft, dass jemand die unter Heimatschutz stehende Villa übernimmt. Vielleicht macht all das den Charme der Villa aus. Immerhin ist „shabby“ wenn es um’s Wohnen geht sowieso gerade sehr en vogue. Und wenn sich Clifford Lilley mit etwas auskennt, dann mit der Mode und den angesagten Trends. Als Stylist und Fashion Consultant ist das sein täglich Brot. Nicht nur seine Kunden sondern auch sein Zuhause profitieren von seinem geübten Auge. Mit einem unfehlbaren Flair für Stil und der Liebe zu allem Schönen hat er die Räume, die er bewohnt, genauso harmonisch wie aufregend eingerichtet.




Bereits der Vorraum zu seinem Büro ist mit Blumen geschmückt. Frische Blüten sind ihm wichtig. Deshalb sind sie grosszügig im ganzen Haus verteilt,  und rein optisch partizipieren auch seine Mitbewohner an ihnen mit. Wenn man das Büro betritt, fühlt man sich in eine andere Zeit zurück versetzt und an einen anderen Ort. Er erinnert an die Drawing Rooms der englischen Herrenhäuser. Clifford hat es mit seiner Büchersammlung ausgestattet, mit reizenden Details und überraschenden Hinguckern. Die Möbel hat er grösstenteils geschenkt bekommen oder sie sind eine Leihgabe. „Weil ich nie weiss, wie lange ich in der Villa bleiben kann, wollte ich nur wenig Möbel besitzen. Auch weil man nicht weiss, wo man danach hinzieht und ob sie dann noch reinpassen.“ sagt er mit einem wissenden Lächeln. Aus diesem Grund hat natürlich auch jedes Stück seine Geschichte und die seines ehemaligen Besitzers zu erzählen, was dem Raum noch einen zusätzlichen Kick verleiht.




Im oberen Stock befinden sich Clifford Lilley‘s privaten Räume und allein der Aufstieg in diese Gefilde über ausgetretene, steile Holztreppen ist eine Augenweide und ein kleines Abenteuer zugleich. Viele Türen gehen vom langen Gang ab, an dessen Ende sich „The Green Room“ befindet. Wenn draussen die Sonne scheint, ergiesst sich warmes Licht auf die antiken Tapeten mit dem grünen Blumenmuster und verwandelt das Wohnzimmer in einen strahlenden Ort der Ruhe. Dazu befragt, was ihm bei der Einrichtung am wichtigsten sei, erklärt Clifford: „Gute Proportionen und ein paar Freiräume sind wichtig. Auch dass zwischendurch, immer wieder etwas steht, dass dem Auge schmeichelt. Ein schönes Buch oder Bild zum Beispiel. Und grosse Vasen mit Blumen.“ Diesem Credo folgend gibt es im grünen Raum viel Platz für kreative Gedanken, aber keinen für Eintönigkeit. Hier sowie auch in den anderen Räumen herrscht ein lockerer, eklektischer Stil vor. Ein eleganter, goldener Spiegel ziert eine Kommode auf der Familienfotos stehen. Clifford zeigt mit Stolz auf die Fotos und lacht: „Mein Vater und mein Grossvater waren beide bei der Marine. Ich auch, aber ich wollte dann trotzdem Schauspieler werden.“




Im langen Gang vor dem Wohnzimmer hat Clifford seine eigene, kleine Gartenecke aufgebaut, die er liebevoll hegt und pflegt. Auf die Frage, ob er etwas sammle, überlegt er lange und sagt dann: „Vielleicht Bücher. Ich habe viele Bücher und ich liebe sie.“ Wenn man allerdings die Wände im Gang betrachtet, dann wird schnell klar, dass er auch ein Faible für Bilder hat. Sie hängen überall. In allen Grössen und Formaten, Alte, Neue, mit und ohne Rahmen. Und es wäre nicht Cliffords Galerie, wenn es nicht auch zu jedem Bild eine Anekdote zu erzählen gäbe. Was ihn und auch seine Arte des Einrichtens ausmachen, sind die Geschichten, die er erzählt und die erfrischende Bereitwilligkeit mit der er es tut. Langweilig wird es um ihn herum nie. Dafür hat er schon immer zu sorgen gewusst.




Als er in den 80er Jahren aus Südafrika in die Schweiz kam, um bei seinem damaligen Lebenspartner zu sein, war es aufgrund seiner fehlenden Deutschkenntnisse schwierig für ihn als Schauspieler Fuss zu fassen. Sein grosses Interesse an allem Neuen und sein Mut unkonventionelle Wege zu gehen bescherten ihm jedoch eine ungewöhnliche Karriere. Clifford arbeitete lange Zeit als Statist am Opern- sowie am Schauspielhaus, durfte mit dem Theater-Tross zu Aufführungen in die grossen Metropolen reisen und lernte Schauspieler, Sänger und Intendanten kennen, mit denen er noch heute Freundschaften pflegt und die ihrerseits grosse Karrieren gemacht haben. Ausserdem engagierte er sich für wohltätige Projekte. Organisierte Charity Runs und Konzerte.




Mit der Zeit musste er sich eingestehen, dass das zwar spannenden Aufgaben waren,  diese aber nur wenig Geld zum Leben einbrachten. „Und ich habe schon immer schöne Dinge geliebt.“ sagt er lachend. Also musste ein Job her, der ein stetes Einkommen garantierte. Der Zürcher Designer Hannes B suchte damals einen Modeberater- und Verkäufer, der ihm in seinem Geschäft mithalf. Clifford ergriff einmal mehr die Gelegenheit und heuerte bei dem Designer an. Viele Jahre lernte er dort alles, was man über Mode, Menschen und Manierlichkeit wissen muss, bis er sich eines Tages dazu entschloss, sich als Stilberater und Stylist selbstständig zu machen. Clifford sagt von sich selbst, dass er ein ambitionierter Mensch sei. Seine Ziele verfolgt er mit grosser Disziplin und ist bereit, sein Herzblut darin zu investieren.

Es gehört eine gute Portion Courage und viel Leidenschaft dazu, seine Träume zu leben. Für Clifford Lilley hat es sich als goldrichtig erwiesen, dieser Intuition zu folgen. Heute ist er in Zürich und der ganzen Schweiz als Experte in Stilfragen bekannt. Er ist regelmässig im Fernsehen zu sehen, am Radio zu hören, hat ein Buch geschrieben und ist der Stilberater der VIPs. Er hat es geschafft und ist dabei das geblieben, was er immer war: Authentisch, unprätentiös und weltoffen.




Seine Tipps und Tricks in Sachen Mode sind übrigens durchaus nicht nur etwas für die Schönen und Reichen. Auch Firmen oder modebewussten Damen und Herren suchen seinen kompetenten Rat. Erschwinglich ist das allemal, vor allem in Anbetracht dessen, dass so ein Shopping Nachmittag mit Clifford Lilley zur Folge hat, dass man am Ende mit gut sitzenden, zeitlosen Kleidern eine Grundausstattung zusammen hat, auf die man selbst weiter aufbauen kann. Eine Investition also, die sich rechnet.





In der Mode wie auch in der Inneneinrichtung gibt es ständig wechselnde Trends. Was die Villa Egli betrifft, so ist sie zu erhaben, um sich auf solche Kinkerlitzchen einzulassen, obwohl „The Green Room“ nichtsahnend die aktuelle Sommerfarbe aufgegriffen hat. Wenn es ums Wohnen geht, so ist für Clifford Lilley eins klar: Zeitlose Eleganz gepaart mit trendigen Accessoires ergibt einen lässigen, raffinierten Style. Das gilt auch für die Mode. Auf die Frage, was die Frau diesen Sommer im Kleiderschrank haben muss meint Clifford: „Ein luftiges, grünes Kleidchen sollte schon dabei sein.“ Nach einer kurzen Denkpause fügt er mit seinem unwiderstehlichen Charme an: „And a little, black dress, my darling.“









Alle Fotos: Copyright by Landhaus Diva

Blog Post erstmals publiziert am 10.06.2013


Freitag, 5. August 2016

Shopping à la Landhaus Diva

Ferien sind zum Erholen da. Und eine wunderbare Gelegenheit, um  Brockenhäuser, Brocante-Geschäfte und Flohmärkte abzuklappern. Die Jagd nach Trouvaillen führte mich die letzten drei Wochen in der Schweiz herum und ein Kurztrip ins nahe Ausland war sogar auch noch drin. Das schönste an solchen Ausflügen ist die hoffnungsvolle Vorfreude, bevor man den nächsten Brocki-Shop betritt. Man weiss nie, ob hinter der Eingangstüre der ganz grosse Wurf zu finden ist. Also etwas, das man schon lange sucht oder ein Objekt, das so ungewöhnlich oder schön ist, das es einem den Atem raubt. Sowas gibt es, glauben sie mir!

Das grosse Madonnen-Bild hat jetzt einen neuen Platz in meinem
Schlafzimmer. Gefunden bei: Onkel Toms in Wettingen

Allerdings ist eine gute Portion Realismus auf einer Brocki-Tour auch sehr nützlich. Die Chancen, dass man etwa eine unerkannt gebliebenes Bild von Picasso oder eine komplett intakte Porzellanfigur  der Porzellanmanufaktur Meissen findet, sind sehr gering. Nichts ist unmöglich, aber es gehört neben Riesenglück auch noch ein geübtes Auge und viel Fachkenntnis dazu, damit solche Sachen aufzuspüren sind. Wer sich diesbezüglich ein paar Inspirationen holen und den Reality-Check in Sachen Antiquitäten und ihren Wert machen möchte, der sollte sich auf ZDF mal die Sendung „Bares für Rares“ anschauen.

Kleine Trouvaille mit Blumenschmuck findet ebenfalls den Weg in mein Schlafzimmer.
Gefunden bei: Klein aber Fein Brocante in Burgdorf

Hier ein paar Tipps für den „Shabby Chic Shopping Trip“:

Kaufen Sie nichts, das sie nicht selbst reinigen, anstreichen oder reparieren können. Die Erfahrung zeigt, dass diese Stücke nie beim Schreiner, Maler oder Elektriker landen und nach ein paar Jahren den Weg wieder ins nächste Brocki finden.

Seien sie offen für alles!  Bücken sie sich, wenn unter den Tischen noch Zeugs gestapelt wird. Manchmal findet man in halbausgepackten Schachteln auf dem Flohmarkt oder der Kleiderabteilung im Brockenhaus grossartige Objekte.

Offiziell wird etwas als Antiquität bezeichnet, das 100 Jahre alt oder älter ist. Der Preis richtet sich dann nach Alter, Zustand und Nachfrage. Ist ein Objekt sehr alt, in perfektem Zustand und besteht momentan eine grosse Nachfrage, dann können Sie davon ausgehen, dass ein Händler dafür einen angemessen hohen Preis verlangen wird.

Über den Preis kann meist verhandelt werden, aber bleiben Sie realistisch und fair.


Vintage Bar. Servierboy & schwarze Giftbüchsen von "Klein aber Fein",
antike Deckel und Griffe von Langenbeck, Kristallkaraffen mit
abschliessbarem Tragebehälter vom Bürkli-Flohmi.


Mein Shopping Trip war durchaus erfolgreich, obwohl ich dafür einige Kilometer abfahren musste. Fündig wurde ich in Zürich auf dem Flohmarkt am Bürkliplatz, in Onkel Tom Brocki in Wettingen, „Klein aber Fein“ Brocante, Heimiswilstrasse 1, 3400 Burgdorf und bei Florian Langenbeck Historische Baumaterialien in Freiburg im Breisgau (D). 

Superpraktisches und wunderschönes Regal für die Farben in meinem
Atelier. Gefunden bei: "Klein aber Fein" Brocante  in Burgdorf.








Montag, 18. Juli 2016

Das Picknick - Noblesse oblige al fresco

Nein, Ameisen sind nicht wirklich ein Problem, sie sind höchstens eine kleine Ablenkung von den angenehmen Dingen des Lebens unter freiem Himmel, die man mit einem Finger weg schnipsen kann. Zwei bis drei solcher Tierchen muss man natürlich in Kauf nehmen, wenn man sich auf einer grünen Wiese niederlässt, um sich nebst dem vergnüglichen Bad in der Sonne oder gar im Fluss auch noch einige Leckereien aus dem Delikatessen-Laden zu Gemüte führt. Hier gilt die goldene Bio-Regel: Man muss sein Essen teilen. Für das Ungeziefer deponiert man ein Stück Gänseleberpastete in angenehmer Entfernung und man hat den ganzen Nachmittag seine Ruhe.


Bild: http://tassels.tumblr.com/

Es geht um das Picknick. Ein wunderbarer Brauch mit einer langen Tradition. Die Griechen haben es getan, die Römer auch und sämtliche Jagdgesellschaften ebenfalls. Die Franzosen haben es zum barocken, leicht dekadenten Adelsvergnügen hochgestylt und Queen Victoria hat es im 19. Jahrhundert englisch-bodenständig perfektioniert. Victoria fand das Speisen im Freien äusserst an- und aufregend und weil sie mit ihrem Albert auch mal ganz alleine durchs Unterholz krabbeln wollte, erfand ihre Dienerschaft den klassischen Picknickkorb, der eine Decke, das Essen und das Geschirr enthält. Dieser konnte von der Königin selbst hoch zu Ross mitgeführt werden und so war garantiert, dass weder die Zweisamkeit noch die Stärkung danach zu kurz kamen.


Bild: http://fotogallery.donnaclick.it/

Die Briten lieben es noch heute, draussen zu speisen. Beim berühmten Pferderennen in Ascot zum Beispiel, gehört das Picknick einfach mit dazu. Da lümmelt der Hochadel schon mal mit Frack und Riesenhüten auf der karierten Decke herum und wedelt sich gelangweilt die Fliegen vom Lachsbrötchen. Die bandscheibengeschädigte, ältere Generation lässt sich auf den mitgebrachten Campingstühlen nieder und der Champagner wird vom Butler auf einem Silbertablett gereicht. Die Regel ist: Keiner zu reich, um nicht mit einer Wespe um den Kir Royal zu kämpfen.


Bild: http://fotogallery.donnaclick.it/

Man sollte auch bei uns auf keinen Fall auf das Vergnügen eines Picknicks verzichten und sich die Briten zum Vorbild nehmen. Ein bisschen Prunk und Pomp darf da durchaus dabei sein. Man suche sich also ein nettes, wenn möglich einsames Plätzchen am See. Örtchen, die mit dem Schild „Privatgrund“ gekennzeichnet sind, eigenen sich besonders gut, denn hier traut sich sonst keiner hin. Es lohnt sich, mit einer grossen Decke und weichen Kissen anzureisen, damit man gemütlich in den Himmel hinauf schauen und Wolken zählen kann. Ein Sonnenschirm darf ebenfalls nicht fehlen, denn er spendet Schatten und der Champagner wird nicht so schnell warm. Das Essen sollte so vorbereitet werden, dass man es ohne Besteck essen kann und es trotzdem appetitlich aussieht. Die Gläser sind nicht aus Plastik und das Geschirr aus Porzellan. Jemand sollte irgendwann ein schönes, langes Gedicht vorlesen und am Ende verzückt in die Runde fragen „Wem gehört denn der Dobermann, der da auf uns zu läuft“.


Bild: http://4.bp.blogspot.com/

Ganz egal ob zu Hause im Garten, beim Gemeinschaftsgrill am Waldrand oder auf dem Campingplatz im Tessin – Adel verpflichtet, frische Luft macht hungrig und der Butler hat immer im falschen Moment Zimmerstunde!


Bild: http://hobby-photos.infotique.info/


Bild: http://laurengrieve.tumblr.com/

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Bild: http://www.hm.com/

Bild: http://fotogallery.donnaclick.it/




Sonntag, 26. Juni 2016

Luisa Rossi – Klein aber fein!

Ich bin ein Insalata mista“, erklärt Luisa Rossi lachend auf die Frage wer sie sei. Die Mutter ist in Frankreich geboren,  der Vater in Italien und Luisa selbst in der Schweiz. Das Temperament hat sie sich aus ihrem gemischten Salat selbst zusammengestrickt. Es ist das Triebwerk für all ihre Unternehmungen. Und das sind nicht wenige!


Luisa Rossi

Smarte Businessfrau, gefragte Fashion-Expertin, versierte Make-up- und Hairstylistin, Fotomodell. Die gelernte Zahnarztgehilfin tanzt auf vielen Hochzeiten und zwar sehr professionell. Angefangen hat alles 1984 mit ihrer Wahl zur Miss Zürich. Sie war viele Jahre als Model auf der ganzen Welt unterwegs war. Zusammen mit ihrem besten Freund, dem bekannten Züricher Hair-Stylisten und Unternehmer Valentino, gründete sie eine Firma, die internationale Hair-, Make-up- und Fashion- Stylisten vermittelte. Damals gab es in der Schweiz zwar gute Coiffeure, aber keine Spezialisten, die auf Fotoshootings, Modeschauen, Film und Fernsehen spezialisiert waren. Valentino und Luisa füllten diese Marktlücke.




„Während dieser Zeit habe ich viel gelernt“, erklärt Luisa. Als Agentin begleitete und betreute sie die Stylisten, beobachtete, wie sie arbeiteten, und saugte alles auf, was in dieser schillernden Modewelt passierte. Luisa war inzwischen alleinerziehende Mutter eines Sohnes. Ein regelmässiges Einkommen war von grösster Wichtigkeit: „Ich habe in dieser Zeit von allem etwas gemacht. Agentin, Hair Styling, Make-up, Fashion Styling.“ - Dabei kristallisierte sich heraus, dass Luisa für das Fashion Styling ein besonderes Flair entwickelt hatte.



Dann kam die Sendung „Cinderella“ auf TV3 Ende der 90er Jahre. Eine Vorher-Nachher-Show,  in der die Kandidaten ein komplettes Umstyling durchmachten. Die Damen und Herren wurden neu eingekleidet, bekamen eine modische Frisur und ein cooles Make-up. Die Zuschauer liebten dieses Fernsehformat.  Michelle Hunziker moderierte, Valentino machte die Haare, Luisa suchte die Kleider aus. Plötzlich kannte die ganze Schweiz Luisa Rossi und wusste, dass sie gut darin ist, Kleider auszusuchen, die zu den Leuten passen und in denen sie sich wohlfühlen.




Luisa hatte ihre „Berufung“ gefunden. Sie konzentrierte sich ab sofort nur noch auf die Modeberatung. Seit damals sind knapp 20 Jahre vergangen. Ihr Elan ist bis heute ungebremst. Luisa ist regelmässig auf vielen Fernsehstationen und im Radio präsent, gibt Styling Tipps in Magazinen und Zeitschriften und berät VIPs, Manager, Künstler und Normalos in Sachen Style und Mode. Ihre Beliebtheit rührt daher, dass sie sich zwar im eher oberflächlichen Fashionbusiness auskennt, aber trotzdem immer bodenständig geblieben ist. Sie kleidet Leute so ein, dass sie authentisch wirken und sich im neuen Look wohlfühlen. „Die meisten Stylisten wollen die Leute verkleiden, gerade so wie auf dem Catwalk. Das geht nicht! Die Leute wollen einen Look der alltagstauglich und gleichzeitig cool und lässig ist.“




Diesem Grundsatz bleibt Luisa auch in ihrem Zuhause treu. Ursprünglich nur als Übergangswohnung gedacht, ist die kleine, kompakte Wohnung nun der ideale Rückzugsort nach einem langen Arbeitstag. „Klein aber fein.“ sagt Luisa.  Sie hat hier, alles was sie braucht. Dabei zeigt sie auf den eher kleinen quadratischen Esstisch im Wohnzimmer und erklärt: „Dieser Tisch lässt sich ausziehen und es können 10 Personen dran sitzen. Toll nicht?“ - Hier kommt eindeutig die Italienerin in ihr heraus. Liebe Freunde einladen und sie bekochen, gehört einfach dazu.





Die Wohnung ist in einem lockeren Landhaus Stil gehalten. Wie bei den Kleidern, so legt Luisa auch beim Einrichten Wert darauf, dass es nicht zu überladen aussieht und dass mit hochwertigen Accessoires gearbeitet wird. Und weil Luisa eine Macherin ist, legt sie auch in ihrer Wohnung gerne mal selbst Hand an. Die Wände neu streichen, die Einbauschränke verschönern, ab und zu die Accessoires auswechseln. Jedes Mal kommt ein neuer, aufregender Look dabei heraus. Doch Aufregung hat sie in ihrem Beruf eigentlich genug, deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass Luisa auf die Frage was ihr beim Heimkommen am besten gefalle, antwortet: „Das schönste am Heimkommen ist die Ruhe und Geborgenheit, die ich hier finde.“


















Alle Fotos: Copyright by Landhaus Diva